Die Berliner Hundertjährigenstudie

In der Berliner Arbeitsgruppe 100+ sind verschiedene Studien zu Langlebigkeit und Versorgung von Hundertjährigen angesiedelt.

Aktuell steht die Untersuchung der Versorgung Hundertjähriger aus der Perspektive von Angehörigen im Vordergrund.

Weitere Teilprojekte sind bereits abgeschlossen.

Sie befinden sich hier:

Die Versorgung Hundertjähriger aus Perspektive der Angehörigen

Mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen in der Gesellschaft steigt auch die Zahl der Hundertjährigen. Einige Hundertjährige erreichen dieses Alter bei guter Gesundheit, für die Mehrheit bedeutet es jedoch ein Nachlassen der körperlichen und geistigen Kräfte und das Risiko, auf die Hilfe von Dritten angewiesen zu sein. Fast die Hälfte aller Hundertjährigen lebt zu Hause und wird von den Angehörigen unterstützt.

Diese qualitative Studie soll dazu beitragen, die besondere Rolle, die die Angehörigen der Kindergeneration bei der Betreuung und Versorgung Hundertjähriger spielen, herauszuarbeiten. Sie mobilisieren umfangreiche Kräfte, um ihre hochaltrigen Angehörigen zu unterstützen, gleichzeitig sind sie bei der Bewältigung der praktischen und emotionalen Anforderungen vielfältigen Belastungen ausgesetzt.

Auf der Basis leitfadengestützter Interviews mit 15 Angehörigen möchte die Arbeitsgruppe des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft neue und genauere Erkenntnisse dazu gewinnen, wie das Leben der Angehörigen, durch den mit dem hohen Alter der Hundertjährigen verbundenen Unterstützungsbedarf beeinflusst wird.

Darüber hinaus ist von Interesse, welche Einstellungen von den Angehörigen in Bezug auf

  • Lebensende,
  • Sterben und
  • Tod

vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mit der Lebensendphase des Hundertjährigen geäußert werden.

Diese Erkenntnisse können zur Verbesserung der Planung einer bedarfsgerechten Versorgung der ältesten Mitglieder der Gesellschaft beitragen.

Erste Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht.

Projektlaufzeit

01.01.2016 – 31.12.2017

Förderer

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)

Projektleitung

Dr. rer. medic. Dagmar Dräger

Forschungsbeauftragte
Leitung der Abteilung Demographischer Wandel und Alter
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projektteam

Dipl. med. päd. Arlett Wenzel

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Bereits abgeschlossene Teilprojekte zur Hundertjährigenstudie

Erkrankungen und Versorgung Hundertjähriger am Lebensende

Der demografische Wandel zeigt sich in der Population der Hundertjährigen besonders deutlich. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2014 in Deutschland bereits 17.000 Menschen, die 100 Jahre oder älter waren.

Basierend auf Routinedaten der Kranken- und Pflegeversicherung der Knappschaft sollen Versorgungsverläufe bei Hundertjährigen am Lebensende beschrieben werden. Hierfür findet eine retrospektive, längsschnittliche Betrachtung der letzten 6 Jahre vor dem Tod von Hundertjährigen und zweier Vergleichsgruppen (80-89-Jährige, 90-99-Jährige) statt.

Die Ergebnisse dieser Studie können dazu dienen zukünftig zielgruppenspezifische Bedarfsplanung vorzunehmen und Interventionsmöglichkeiten in der Population der Hochaltrigen zu identifizieren.

Projektleitung:

  • Dagmar Dräger
  • Paul Gellert

Projektmitarbeiterin:

  • Monika Oedekoven

Laufzeit:

01.06.2016 – 31.03.2017

Förderer:

Knappschaft

Einstellungen und Wünsche von Hundertjährigen zur Versorgung am Lebensende

Obwohl sich der demografische Wandel in der Gruppe der Hundertjährigen besonders deutlich zeigt, liegen zu dieser Altersgruppe bisher noch wenige nationale und internationale Studien vor. Die einzigen nationalen Studien wurden im Heidelberger Raum in den Jahren 2000–2001 und 2011–2013 mit einem quantitativen Schwerpunkt durchgeführt.

Bisher gibt es keine Studie zu Hundertjährigen und ihren Versorgungswünschen bzw. zu ihrer Versorgung am Lebensende. Hundertjährige sind für die Forschung von erhöhter Bedeutung, da sie innerhalb der Hochaltrigen eine selektierte, aber besonders vulnerable Gruppe darstellen. Sie sind in ihren Lebensbezügen häufig abhängig von der Hilfe anderer.

Dieses Projekt soll dazu beitragen, dass die Einstellungen und Wünsche zur Versorgung am Lebensende und jene zu dem Thema Tod und Sterben bekannt werden, um zukünftig eine angepasste Versorgung dieser Altersgruppe gewährleisten zu können.

Es wurden mit 15 weiblichen und männlichen Hundertjährigen aus Ost- und Westberlin mithilfe eines speziell entwickelten Leitfadens ausführliche qualitative Interviews geführt. Die Hundertjährigen leben in der eigenen Häuslichkeit, in altersgerechten Wohnbereichen oder in stationären Einrichtungen. Die Interviews umfassen die Themenbereiche Biographie, Gesundheit, Versorgung und vertiefen das Thema Tod und Sterben. Die qualitative Inhaltsanalyse der Transkripte erfolgt mit Hilfe von MAXQDA.

Projektleitung:

  • Dagmar Dräger

Projektmitglieder:

  • Sabine Hamm

Laufzeit:

07/2014 – 03/2016

Förderer:

Zentrum für Qualität in der Pflege

Erkrankungen und Versorgung Hundertjähriger in verschiedenen Pflegesettings

Die Gruppe der Hundertjährigen ist die am schnellsten wachsende Altersgruppe in vielen Industrieländern. Sie stellen innerhalb der Hochaltrigen eine selektierte, aber auch vulnerable Gruppe dar. Deren demographische Charakteristika und deren chronische Erkrankungen, sowie deren medizinische, medikamentöse und pflegerische Inanspruchnahme sind noch unzureichend erforscht.

Versicherungsdaten zeigen einen Anstieg der Hundertjährigen zwischen 2006 und 2013 von 25% in Berlin und 59% im Nordosten Deutschlands. Ziel der Studie ist es, die Population Hundertjähriger anhand von Sozialversicherungsdaten zu beschreiben und die Inanspruchnahme in Bezug auf Leistungen zur pflegerischen, medizinischen und medikamentösen Versorgung darzustellen. Die Untersuchung soll helfen eine bedarfsorientierte Versorgung bei Hundertjährigen zu entwickeln. Als Grundlage für die Analyse dienen Stammdaten Versicherten der AOK Nordost, die zum Stichtag 31.12.2013 ihren Wohnsitz Berlin und im Nordosten von Deutschland hatten und die zwischen 2006 und 2013 das 100. Lebensjahr erreichten.

Die Studie ermöglicht, pflegerische und medizinische Versorgung Hundertjähriger vor dem Hintergrund vorhandener Erkrankungen darzustellen. Damit wird ein Beitrag zu einer bedarfsorientierten Versorgung geleistet.

Projektleitung:

  • Dagmar Dräger
  • Paul Gellert

Projektmitglieder:

  • Petra von Berenberg

Laufzeit:

01.12.2014 – 31.05.2015

Förderer:

AOK Nordost