Effektivität der stationären Suchtrehabilitation

In der Suchtrehabilitation werden kontinuierlich schriftliche Patientenbefragungen 12 Monate nach der Entlassung aus der Klinik durchgeführt (Katamnesen). Doch an diesen Befragungen beteiligen sich nicht alle!

Diese Studie des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft geht der Frage nach, wie diese katamnestischen Non-Respondern dennoch erreicht werden können.

Sie befinden sich hier:

Effektivität der stationären Alkoholentwöhnung - Sekundärdatenanalyse

Aufgrund der gesellschaftlichen Bedeutung und kostenintensiven Rehabilitation alkoholbezogener Störungen sind Effektivitätsnachweise von Alkoholentwöhnungsbehandlungen von besonderer Relevanz. In der Suchtrehabilitation sind 1-Jahres-Katamnese seit vielen Jahren als qualitätssichernde Maßnahmen etabliert. Die Non-Response-Quoten dieser Untersuchungen für den Alkoholbereich liegen zwischen 45 % und 60 %. Das birgt die Gefahr einer Fehleinschätzung der längerfristigen Wirksamkeit von Entwöhnungsbehandlungen, vor allem dann, wenn sich die Responder systematisch von den Non-Respondern unterscheiden. Im Projekt „Effektivität der stationären Alkoholentwöhnung – Was ist mit den katamnestischen Non-Respondern?“ wurde mittels einer multimodalen Befragung (Post, Online, Telefon) versucht, eine möglichst hohe Zahl von Non-Respondern doch noch für eine Befragung zu gewinnen. Mithilfe der Befragung dieser „Late-Responder“ sollte eine genauere Abschätzung des Abstinenzverhaltens der ehemaligen Rehabilitanden ein Jahr nach der Entlassung aus der Entwöhnungsbehandlung ermöglicht werden.

Ziel der Studie

Das Folgeprojekt „Non-Responder II“ nutzt die im Vorgängerprojekt gewonnenen Daten und verfolgt zwei Zielstellungen:

  1. Untersuchung des Einflusses von Klinikmerkmalen auf das Antwortverhalten in der Routinekatamnese
  2. Erstellung verschiedener Modelle zur Vorhersage des Abstinenzverhaltens in der Gruppe der Non-Responder

Die erwarteten Erkenntnisse tragen zur genaueren Aufklärung der Effektivität der stationären Entwöhnungsbehandlung bei. Sie ermöglichen die Ableitung weiterer Optimierungspotentiale in der Routinekatamnese. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung in diesem gesellschaftlich relevanten Indikationsbereich.

Projektlaufzeit

  • August 2018 bis Februar 2019

Kooperationspartner

  • Fachverband Sucht e.V. (FVS)
  • Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss)

Mittelgeber

Bundesministerium für Gesundheit

Projektleitung

Prof. Dr. phil. Karla Spyra

Leiterin der Abteilung Rehabilitationsforschung

Karla Spyra

Projektteam

Sebastian Bernert
Dipl.-Psych. Sebastian Bernert

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tim Krüger
Dipl.-Päd. (Rehab.) Tim Krüger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter