Effektivität der stationären Suchtrehabilitation

In der Suchtrehabilitation werden kontinuierlich schriftliche Patientenbefragungen 12 Monate nach der Entlassung aus der Klinik durchgeführt (Katamnesen). Doch an diesen Befragungen beteiligen sich nicht alle!

Diese Studie des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft geht der Frage nach, wie diese katamnestischen Non-Respondern dennoch erreicht werden können.

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Effektivität der stationären Alkoholentwöhnung

In der Suchtrehabilitation werden kontinuierlich schriftliche Patientenbefragungen 12 Monate nach der Entlassung aus der Klinik durchgeführt (Katamnesen). Über die Ergebnisse wird regelmäßig vom Fachverband Sucht berichtet. Dabei zeigt sich, dass nur ungefähr die Hälfte der angeschriebenen Patienten oder Patientinnen auch antwortet.

Um die Wirksamkeit der Behandlung trotzdem angemessen beurteilen zu können, werden Erfolgsquoten zur Abstinenz nach vier verschiedenen Berechnungsvorschriften der DGSS angegeben. Dies löst jedoch nicht das Problem, dass über den Erfolg der Nicht-Antworter keine verlässlichen Aussagen möglich sind.

Was ist mit den katamnestischen Non-Respondern?

Das birgt die Gefahr einer Fehleinschätzung der längerfristigen Wirksamkeit von Suchtbehandlungen, insbesondere dann, wenn sich die Gruppe der antwortenden Patienten im Abstinenzverhalten systematisch von der Gruppe der Nicht-Antworter (Non-Responder) unterscheidet.

Wäre die Gruppe der Non-Responder z.B. weniger erfolgreich, so wäre die Schätzung des Erfolgs der Behandlung auf der Basis der Antworter eine Überschätzung des allgemeinen Abstinenz-Verhaltens. Bislang gibt es keine Studien, die diese möglichen Unterschiede in der deutschen Suchtrehabilitation aufdecken.

Ziel der Studie

Durch diese Studie soll diese Lücke nun geschlossen werden. Ziel der Studie ist es, eine möglichst hohe Zahl nicht antwortender Patienten und Patientinnen doch noch für eine Befragung zu gewinnen. Dies geschieht durch eine systematische mehrstufige Nachbefragung der Studienteilnehmer und -teilnehmerinnen, die anfänglich nicht auf die Suchtkatamnese geantwortet haben.

Einerseits soll so das Abstinenzverhalten der anfänglichen Non-Responder erfragt werden und andererseits auch deren Gründe für die primäre Antwortverweigerung erfasst werden.

Die Ergebnisse sollen eine genauere Abschätzung des Abstinenzverhaltens primärer Non-Responder ermöglichen. Auf der Grundlage der genannten Gründe für das Nichtantworten sollen zudem Strategien zur Erhöhung der Antworterquote erarbeitet werden.

Projektlaufzeit

01.07.2014 bis 30.06.2018

Kooperationspartner

  • Fachverband Sucht e.V. (FVS)
  • Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe e.V. (buss)

Mittelgeber

Bundesministerium für Gesundheit

Projektleitung

Prof. Dr. phil. Karla Spyra

Leiterin der Abteilung Rehabilitationsforschung

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Projektteam

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Dipl.-Psych. Sebastian Bernert

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Dipl.-Päd. (Rehab.) Stefanie Köhn

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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Dipl.-Päd. (Rehab.) Tim Krüger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter