Modellvorhaben zur Verbesserung der Präventionsinanspruchnahme (PINA)

Das Modellvorhaben PINA sieht die Entwicklung und Evaluation eines flexibel auf die Bedürfnisse von Versicherten und Unternehmen ausgerichteten Präventionsangebots der Deutschen Rentenversicherung in Berlin und Brandenburg vor.

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Modellvorhaben zur Verbesserung der Präventionsinanspruchnahme (PINA)

Um die Erwerbsfähigkeit ihrer Versicherten zu erhalten, Chronifizierungen gesundheitlicher Beeinträchtigungen entgegenzuwirken und einer potentiellen Erwerbsminderung frühzeitig und effektiv vorzubeugen, bietet die Deutsche Rentenversicherung neben Rehabilitations- auch Präventionsleistungen an. Diese gesetzlich verankerten und nach dem Grundsatz „Prävention vor Rehabilitation“ erbrachten Leistungen haben insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und seiner Auswirkungen eine große Bedeutung. So können frühzeitige medizinische und multiprofessionelle Interventionen bei verhaltens- bzw. lebensstilbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen positive Auswirkungen auf die Gesundheit und damit auch auf die Beschäftigungsfähigkeit haben.

Allerdings bleibt die Beantragung und Inanspruchnahme von Präventionsleistungen durch die Versicherten der Deutschen Rentenversicherung in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurück. Neben einer unzureichenden Sensibilisierung für das Thema Prävention auf Beschäftigten- und Unternehmensseite, dem bürokratischen Antragsverfahren sowie weiterhin bestehenden Informations- und Wissensdefiziten liegen die Hauptursachen für die geringe Inanspruchnahme nach einer Studie des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité vor allem auch in der bisherigen Organisation und Ausgestaltung der Präventionsleistungen (Spyra 2018).

Die vorliegenden Barrieren der Inanspruchnahme von Präventionsleistungen führen in ihrer Summe dazu, dass aktuell große Präventionspotentiale verloren gehen, beginnende Gesundheits- und Funktionsstörungen bei Versicherten voranschreiten und zu chronifizieren drohen und ihre Erwerbsfähigkeit langfristig gefährdet wird.

Kern des Modellvorhabens PINA ist daher die Entwicklung und Erprobung eines in seiner Ausgestaltung konsequent und flexibel auf die Bedürfnisse der Versicherten und Unternehmen ausgerichteten Präventionsangebots, welches zur Motivation der Betriebe eine Ausgleichszahlung für den Ausfall teilnehmender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassen soll.

  1. Zielgruppenorientierte Neugestaltung der Präventionsleistungen der Deutschen Rentenversicherung
  2. Ausgleichszahlung für Arbeitgeber zur Abfederung des Arbeitsausfalls von Präventionsteilnehmern.

Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt: Neben quantitativen Befragungen von Teilnehmenden des Präventionsangebots und beteiligten Unternehmen erfolgen Interviews bzw. Fokusgruppen mit Versicherten, Leistungserbringern, Arbeitgebern, dem Firmenservice und Verantwortlichen der Deutschen Rentenversicherung.

Projektlaufzeit

  • Februar 2020 bis April 2024

Kooperationspartner

  • Deutsche Rentenversicherung Berlin-Brandenburg
  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

Mittelgeber

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Projektleitung

Prof. Dr. phil. Karla Spyra

Leiterin der Abteilung Rehabilitationsforschung

Karla Spyra

Projektteam

Sebastian Bernert
Dipl.-Psych. Sebastian Bernert

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Martin Brünger
Martin Brünger, Arzt, MPH

Wissenschaftlicher Mitarbeiter