Gesundheitsförderung und Adipositas-Prävention in der kinderärztlichen Praxis

Entwicklung von individualisierbaren Instrumenten und Materialien zur niederschwelligen Beratung zu einer gesundheitsförderlichen Lebensweise:

  • Bewegung,
  • Ernährung und
  • Wohlbefinden.

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Gesundheitsförderung und Adipositasprävention in der kinderärztlichen Praxis

Die aktuellen Empfehlungen zur Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter kommen zu dem Schluss, dass die Risikogruppen für die Entwicklung einer Adipositas bisher kaum oder gar nicht erreicht werden. Im Zentrum des Projekts steht die Kinder- und Jugendärztin/ der Kinder- und Jugendarzt (KJA) als „Mediator“ einer gesundheitsförderlichen Lebensweise. Die/ der KJA begleitet das Kind vor allem in seinen ersten Lebensjahren und bietet als Vertrauensperson mit seinem Praxisteam ein wichtiges „Setting“ mit einem niederschwelligen Zugang zu sonst schwer erreichbaren Familien.

In einem Mixed-Methods-Ansatz werden sowohl die Perspektive der professionellen Akteure als auch die der Eltern einbezogen. Am Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft werden Expert/inneninterviews in Kinder-Jugendarztpraxen sowie Leitfadeninterviews mit Eltern durchgeführt:

  1. Die Beratungserfahrungen, Wünsche und Bedarfe sowie Hemmnisse und fördernde Bedingungen des Einsatzes von Beratungstools werden aus Sicht von ExpertInnen (KJA und Medizinische Fachangestellten (MFA)) mittels qualitativer Experteninterviews erforscht.
  2. In Leitfadeninterviews mit Eltern werden kulturell geprägte handlungsleitende Orientierungen, gesundheitsrelevante Wertvorstellungen und Erziehungsziele rekonstruiert, die das Gesundheitsverhalten der Eltern beeinflussen und damit die Gesundheitssozialisation der Kinder bewirken. Berücksichtigt werden Familien verschiedener sozialer und ethnischer Herkunft sowie Eltern mit geringerer Gesundheitskompetenz.

Die Erkenntnisse aus den qualitativen Daten fließen in die Entwicklung der Beratungstools und Informationsmaterialien ein. Gleichzeitig bahnen die Interviews den Zugang zu potenziellen Teilnehmer/innen an der Testung einer „Beratungstoolbox“.

Darüber hinaus beteiligt sich das Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitations-wissenschaft an der Konzeption sowie statistischen Datenanalyse einer Online-Befragung von KJA zur Identifikation derer Bedarfe an beratungsunterstützenden Tools zur Gesundheitsförderung und Adipositas- Prävention sowie deren Einschätzung hinsichtlich notwendiger Rahmenbedingungen für den Einsatz solcher Tools.

Ziel des Gesamtprojekts

ist:

  • eine (digitale) „Toolbox“ für die Gesundheitsförderung und Adipositas-Prävention von Risikogruppen zu entwickeln.
  • KJA-Praxen darin zu unterstützen, die Informations-, Beratungs- und Interventionsbedarfe der Familien besser einzuschätzen und bedienen zu können.
  • Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträger zu formulieren, um vernetzte Strukturen hinsichtlich der Gesundheitsförderung und Adipositas- Prävention flächendeckend zu etablieren.

Projektlaufzeit

  •  1.3.2017 - 31.12.2018

Projektleitung

PD Dr. phil. Liane Schenk

Leitung der Abteilung Medizinische und pflegerische Versorgung
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt-Koordination

M.Sc. Nadja-Raphaela Baer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt-Mitarbeit

Elke Matheis

Finanzen, Datenmanagement

Kooperationspartner

  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) der Charité (CVK)
    Dr.med Susanna Wiegand (Gesamtprojektleitung)
    Dr. Birgit Jödicke
    Jana Brauchmann
  • Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V.

Fördermittelgeber

  • Bundesministerium für Gesundheit